Einordnung der jüngsten Ereignisse

Transparente Darstellung der Entscheidung
Artikel vom 18. Februar 2026
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Liebe Mitglieder, liebe Freunde des Rostocker FC,
ich möchte mich in aller Offenheit und Klarheit zu den Geschehnissen der vergangenen Wochen äußern.
In den letzten Tagen wurden in der Öffentlichkeit verschiedene Darstellungen und Vorwürfe verbreitet, die den tatsächlichen Ablauf des Trainerwechsels und die Arbeit unseres Vereins in wesentlichen Punkten falsch wiedergeben.
Das möchte ich hiermit richtigstellen – aus meiner persönlichen Sicht als Vorstandsvorsitzender.
Am 20. Januar habe ich Andreas Waschk in einem persönlichen Vier-Augen-Gespräch mitgeteilt, dass wir uns zur neuen Saison neu auf der Cheftrainer-Position aufstellen möchten und dass Tobias Schulz diese Aufgabe übernehmen wird. Mir war dieses vertrauliche Gespräch sehr wichtig. Andreas und ich haben in der Oberliga-Zeit viel gemeinsam durchgestanden und erreicht – deshalb wollte ich ihm diese Entscheidung mit dem nötigen Respekt und der gebotenen Wertschätzung direkt und persönlich mitteilen, nicht über Dritte oder in größerer Runde.
Das Gespräch war emotional, aber ruhig und respektvoll. Ich habe ihm ausführlich erklärt, auf welcher Grundlage die Entscheidung getroffen wurde und dass sie mit weiteren Vorstandsmitgliedern abgestimmt war. Andreas hat dies später als „Vorstandsbeschluss“ bezeichnet – eine Sichtweise, die so nicht zutrifft, da ein formeller Beschluss in dieser Form weder notwendig war noch gefasst wurde!
Wir haben in diesem Gespräch ausdrücklich vereinbart, wie wir gemeinsam weiter kommunizieren. Ich habe Andreas gebeten, sich ein paar Tage Zeit zu nehmen, um seine Gedanken zu sortieren – und dann wollten wir gemeinsam an das Betreuerteam und die Mannschaft herantreten. Leider wurde diese Absprache nicht eingehalten. Stattdessen wurde das Betreuerteam einseitig informiert. Am 28. Januar erhielt der Vorstand dann per WhatsApp die Nachricht über den sofortigen gemeinsamen Rücktritt des gesamten Trainer- und Betreuerteams verbunden mit der Aufforderung, bis 31. Januar Stellung zu nehmen. Dieser Bitte bin ich umgehend nachgekommen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand aus dem Trainer- oder Betreuerteam das Gespräch mit mir oder dem Vorstand gesucht. Ich war weiterhin davon ausgegangen, dass wir die Entscheidung gemeinsam und transparent kommunizieren, um Fragen direkt klären zu können.
Unser Geschäftsstellenleiter Christian Blanck und ich haben daraufhin ein weiteres Gespräch mit Andreas gesucht, um beide Perspektiven noch einmal darzulegen. Dort erklärte er uns, dass er gerne weitergemacht hätte, die übrigen Trainer/Betreuer sich jedoch dagegen ausgesprochen hätten, weshalb auch er sein Amt nicht zu Ende führen werde. Wir einigten uns in diesem Gespräch auf eine gemeinsame Stellungnahme, um im Guten auseinanderzugehen.
Leider wurde auch diese Absprache am Folgetag nicht eingehalten und stattdessen eine eigene Stellungnahme veröffentlicht.
Anschließend haben wir vom Vorstand eine eigene, sehr kurze Mitteilung veröffentlicht. Im Nachhinein räume ich ein, dass sie zu wenig Kontext bot und Spekulationen Raum ließ.
Unser erklärtes Ziel war es aber, die Angelegenheit so weit wie möglich intern zu behandeln.
Wir haben anschließend dem Mannschaftsrat ausführlich Rede und Antwort gestanden. Das Gespräch war sachlich und verbindlich. Wir haben eine Lösung versprochen – und diese sehr schnell gefunden und der Mannschaft mitgeteilt.
Leider gibt es bis heute unterschiedliche Aussagen darüber, warum genau die Co-Trainer und das gesamte Betreuerteam ihren Rücktritt erklärt haben. Während einige Berichte von Verärgerung über den Zeitpunkt der Mitteilung sprechen, haben wir vom Vorstand keine direkte, einheitliche Begründung erhalten. Das hat uns sehr überrascht und macht es uns bis heute unmöglich, die genauen Gründe vollständig nachzuvollziehen. Dazu kommt, dass auch gegenüber der Mannschaft eine gegenteilige Aussage bezüglich des gesamten Rücktritts kommuniziert wurde.
Ich habe ehrlich gesagt nicht mit einer derartigen Eskalation gerechnet. Der Zeitpunkt meiner ersten Mitteilung an Andreas war – rückblickend betrachtet – mehr als unglücklich gewählt. Dafür übernehme ich die alleinige Verantwortung. Mein Gedanke dahinter war, Gerüchte und Halbwahrheiten über Dritte zu vermeiden und einen möglichst langen, geordneten Übergang zu ermöglichen. Genau das Gegenteil ist eingetreten – und das bedauere ich sehr.
Wichtig ist mir zu betonen: Zu keinem Zeitpunkt stand die Position irgendeines Mitgliedes des Betreuerteams der ersten Mannschaft infrage. Es ging ausschließlich um die Cheftrainer-Position.
Jetzt komme ich kurz zur Begründung meiner Entscheidung, auch wenn ich diese ursprünglich aus der Öffentlichkeit heraushalten wollte. Aufgrund der aktuellen Situation sehe ich mich jedoch gezwungen, sie hier darzulegen, um den falschen Aussagen und Gerüchten die Grundlage zu nehmen-
Die Qualifikation von Andreas war nicht der ausschlaggebende Punkt. Ich bin davon überzeugt, dass Andreas ein guter Trainer ist und viel weitergeben kann. Jedoch ist auch klar, dass der Trainer der 1. Männermannschaft das geplante Konzept zur Entwicklung und Einführung unserer Nachwuchsspieler in den Männerbereich ganzheitlich mittragen muss. Denn unsere erste Männermannschaft soll bestmöglich aus eigenen Talenten bestehen. Dafür braucht es nicht nur eine sehr gute fußballerische Ausbildung, sondern vor allem ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen allen Trainern im Verein – von der G- bis zur ersten Mannschaft, besonders zur U19 und zur zweiten Männermannschaft muss ein enger und konstruktiver Austausch stattfinden. Leider hat genau diese enge Zusammenarbeit in vielen Bereichen nicht funktioniert und wurde teilweise auch nicht als notwendig erachtet. Hinzu kamen unterschiedliche Auffassungen zum neuen Vereinskonzept, die trotz mehrfacher Gespräche nicht aufgelöst werden konnten. Ein gemeinsamer Weg funktioniert nur, wenn wirklich alle an einem Strang ziehen – das war in zu vielen Momenten nicht der Fall.
Das sind Auszüge aus meiner Entscheidungsfindung und ich werde bewusst nicht alle Details preisgeben. Ich halte mich mit einigen weiteren Dingen zurück, bitte habt dafür Verständnis.
Der Rostocker FC hat in den letzten zwei Jahren enorm viel Positives erreicht. Nach sehr schwierigen, teils existenzbedrohenden Jahren haben wir als Gemeinschaft gemeinsam einen beeindruckenden Weg zurückgelegt. Wir haben eine einheitliche Vereinskleidung eingeführt, neue und starke Partnerschaften aufgebaut, unsere Vereinsgaststätte wiederbelebt und vor allem wirtschaftlich eine stabile Basis geschaffen. Das alles ist nur durch enormen Zusammenhalt, Leidenschaft und harte Arbeit aller Beteiligten möglich geworden.
Darauf bin ich – sind wir alle – sehr stolz.
Beim Rostocker FC leben wir von Gemeinschaft, Zusammenhalt und echter Leidenschaft für den Fußball. Genau diese Werte haben uns in den letzten zwei Jahren wieder nach vorne gebracht. Hier geht es nur zusammen – mit Respekt, Ehrlichkeit und Transparenz.
Ich habe diese Zeilen geschrieben weil ich es nicht länger ertragen kann, dass vom Rostocker FC in der Öffentlichkeit ein falsches, verzerrtes Bild gezeichnet wird.
Wer mit mir spricht, weiß, dass ich in allen Vereinsbelangen maximal transparent bin. Wir haben nichts zu verstecken – im Gegenteil: Offene und ehrliche Kommunikation ist die Basis, auf der wir weiter aufbauen wollen.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, diesen langen Text zu lesen.
Ich stehe euch jederzeit für Fragen und Gespräche zur Verfügung.
Viele Grüße
Henry Karper
Vorstandsvorsitzender Rostocker FC
E-Mail: henry.karper@rfc-1895.de
